Die bislang größte Untersuchung zum Zusammenhang von Ernährung und Mikrobiom wertete Daten von rund 21.500 Menschen aus den USA, Großbritannien und Italien aus.
Das Ergebnis widerspricht der gängigen Erzählung: Vegan und vegetarisch lebende Menschen hatten eine geringere Artenvielfalt im Darm als Mischköstler — nicht eine höhere.
Gleichzeitig fanden sich bei ihnen mehr jener Arten, die kurzkettige Fettsäuren bilden und mit günstigen Gesundheitsmarkern verknüpft sind. Umgekehrt waren einige für Mischköstler typische Bakterien negativ mit kardiometabolischen Werten assoziiert.
Was daraus folgt: „Mehr Vielfalt ist besser" ist als Faustregel zu einfach. Vielfalt ist eine Messgröße, kein Qualitätsurteil. Entscheidend scheint zu sein, welche Arten vorhanden sind — und selbst das ist eine Assoziation, kein bewiesener Wirkzusammenhang.
Wer eine Mikrobiom-Untersuchung mit einem Vielfaltswert bekommt und daraus eine Bewertung ableitet, arbeitet mit einem Maßstab, den die Forschung selbst gerade relativiert.