Rezept · Hauptspeise · 4 Portionen
Erdäpfelgulasch
Ein Gericht, das seit jeher ohne tierische Zutaten auskommt. Der einzige Punkt, an dem es kippen kann, ist die Brühe — und dort geht es nicht um vegan, sondern um Allergene.
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Wir setzen kein fremdes Bild ein, solange wir kein eigenes haben.
Mit gekaufter Gemüsebrühe: Sellerie. Praktisch jede Suppenwürze und jeder Gemüsebrühwürfel enthält Sellerie. Bei Wasser statt Brühe: keine der 14 Pflichtallergene.
Manche Brühen enthalten zusätzlich Soja (Hefeextrakt, Sojasauce) oder glutenhaltiges Getreide. Zutatenliste prüfen.
Warum die Brühe der kritische Punkt ist
Erdäpfelgulasch ist in der klassischen Form ein Arme-Leute-Gericht: Erdäpfel, Zwiebel, Fett, Paprikapulver, Wasser. Fleisch war die Ausnahme, nicht die Regel. Wer heute Gulasch mit Selchfleisch kennt, kennt eine spätere, wohlhabendere Variante.
Der einzige Punkt, an dem sich etwas eingeschlichen hat, ist die Brühe. Nicht wegen tierischer Zutaten — Gemüsebrühe ist meist vegan —, sondern wegen Sellerie. Er steckt in praktisch jedem Brühwürfel, in jeder Suppenwürze, in jeder Gemüsebrühpaste, und er ist eines der 14 kennzeichnungspflichtigen Allergene.
Für die meisten ist das irrelevant. Für Menschen mit Sellerieallergie — die häufig mit Beifußpollen-Allergie einhergeht — ist es der Grund, warum sie in Lokalen kaum Suppen essen können.
Die Lösung ist einfach: Das Rezept funktioniert mit Wasser fast genauso gut. Das Röstaroma der Zwiebeln, das Paprikapulver und die Erdäpfelstärke tragen den Geschmack. Wer Brühe verwendet, gewinnt etwas Tiefe — und sollte es dazuschreiben.
Zutaten
Für 4 Portionen
Zubereitung
Etwa 55 Minuten
Nährwerte
Je Portion, berechnet
Berechnungsgrundlage: Bundeslebensmittelschlüssel, Portionsgröße rund 420 g, Variante mit Wasser. Gewichtsänderung beim Garen berücksichtigt. Die Angaben sind berechnet, nicht analysiert. Als Größenordnung brauchbar, als exakter Wert nicht.
Zum Eiweiß: 6 g pro Portion ist wenig. Wer das Gericht als vollständige Mahlzeit isst, kombiniert es sinnvoll mit einer Eiweißquelle — siehe Varianten.
Varianten
Was sich ändern lässt
Hintergrund
Warum Paprikapulver nicht in heißes Fett darf
Paprikapulver enthält Zucker und Carotinoide. Beides verbrennt bei den Temperaturen, die heißes Bratfett erreicht — deutlich schneller als etwa Zwiebel. Das Ergebnis ist ein bitterer, kratziger Geschmack, der sich durch nichts mehr retten lässt.
Deshalb der Zwischenschritt: Topf vom Feuer, Pulver einrühren, sofort mit Flüssigkeit ablöschen. Die Restwärme reicht, um die fettlöslichen Farb- und Aromastoffe zu lösen — das ist erwünscht und macht die Farbe. Sie verbrennen dabei aber nicht.
Derselbe Grund, aus dem im ungarischen Gulasch traditionell zuerst abgelöscht und dann weitergekocht wird. Es ist keine Marotte, sondern Chemie.
Zum Thema Allergene
Warum Sellerie in fast jeder Brühe steckt und was in Lokalen gilt, steht im Journal-Beitrag zu den 14 EU-Pflichtallergenen.