Es gibt einen Nährstoffrückgang, der gut belegt ist, aber selten erwähnt wird: den Einfluss der steigenden CO₂-Konzentration in der Atmosphäre.
In Freilandversuchen mit erhöhter CO₂-Zufuhr über 41 Sorten an sieben Standorten in Japan, Australien und den USA sanken die Gehalte bei Weizen messbar: Zink um 9,3 Prozent, Eisen um 5,1 Prozent, Protein um 6,3 Prozent. Reis zeigte ähnliche Effekte.
Der Mechanismus: Mehr CO₂ beschleunigt das Wachstum, die Aufnahme von Mineralstoffen hält nicht Schritt — im Prinzip derselbe Verdünnungseffekt wie bei der Ertragszüchtung, nur durch die Atmosphäre ausgelöst.
Wichtige Einschränkung: Betroffen sind vor allem sogenannte C3-Pflanzen — Weizen, Reis, Gerste, Kartoffel, die meisten Hülsenfrüchte. C4-Pflanzen wie Mais und Hirse sind kaum betroffen.
Größenordnung: real, aber im einstelligen Prozentbereich. Relevant vor allem für Ernährungsweisen, die stark auf Getreide beruhen — global also für Regionen, in denen Getreide die Hauptproteinquelle ist. Für eine abwechslungsreiche Ernährung in Mitteleuropa ist der Effekt vorhanden, aber klein.